Dienstag, 7. Juni 2016

Rezension:
Die alte Frau am Fenster




Autorin: ALaRé

Die Autorin entführt uns in ihre früheste Kindheit. Sie erinnert sich selbst, durchlebt noch einmal die Gespräche mit ihrer Uroma. Eine Frau, welche 1895 geboren wurde. Es ist mutig in der heutigen Zeit ein solches Werk zu veröffentlichen. Es passt in die Gegenwart, regt zum Nachdenken an und führt uns selbst zurück in unsere Kindheit. Unverdorbener, einfacher Sprachgebrauch, die lieben Worte der Oma und ein wenig ihre Verzweiflung liest man hinaus.
Zu gerne hätte ich mich in dem Raum befunden, die beiden miteinander beobachtet. Denn keiner bemerkte die Gespräche der beiden. Keiner schien sich für die Geschichten der alten Dame zu interessieren. Nur dieses kleine Mädchen konnte nicht aufhören zu fragen.
Diese Geschichte ist unglaublich persönlich. Sie verdient einen Platz in meinem Regal, leider kann man sie nur als E-Book bei Amazon erhalten. Das empfinde ich eher hinderlich. Zu gerne würde ich der alten Dame einen Platz in meinem Bücherregal widmen, sie damit ein Stück unsterblich machen.

Es gibt existieren zwei Handlungsstränge, welche direkt ineinander übergreifen. Einmal das Gespräch, die Fürsorge zwischen der alten Dame und ihrer Urenkelin. Dieser erzählt sie ihre eigene Geschichte.
Der andere Teil spielt in Ungarn, einer Gegend in der es kaum Infrastruktur gab. Die Wege weit, beschwerlich. Die Idylle hingegen atemberaubend. Da würde ich mir etwas mehr zu wünschen.
Kathie, die alte Dame, kommt aus dem Waisenhaus und möchte in ihr Elternhaus zurück. Aber da lebten auf einmal andere Familie. Der Vater Tod, die Mutter im Gefängnis, nachdem sie vor lauter Hunger für ihre Kinder etwas zu Essen stahl. Kathie musste um die sechzehn gewesen sein, als sie auf den Hof kommt. Die Dame des Hauses nimmt sie auf, gibt ihr - ihr altes Zimmer zurück. Doch dafür muss sie mächtig schuften. Von Morgens bis Abends arbeitet sie hart für ihre Existenz. Die Hausdame ist eine furchtbare Frau, nichts scheint zu genügen, aber Kathie schleppt sich durch, nimmt sich der beiden kleinen Mädchen mütterlich an und kümmert sich anbetungswürdig um den Hof.

Beeindruckend empfinde ich, wie das Leben in einem solch kleinen Universum spielen kann. Heute träumen wir von weiten Reisen, der wahren Liebe, Geld, die Welt zu erkunden. Aber diese Geschichte zeigt einem auf, dass die kleinen Freuden doch so viel wichtiger sind. Die Liebe der Urenkelin zu ihrer Oma, das schlichte Essen, diese wundervollen Gespräche. Das Buch ist nicht lang, lässt sich zügig lesen. Schnell zieht es einen an die Orte der Geschehnisse. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, wird es weitere Teile geben. Ich persönlich kann es kaum erwarten.


Kommentare:

  1. Liebe Steffi,
    vielen Dank für die Rezi. Ich werde das Buch in Kürze auch drucken lassen und würde mich dann freuen, wenn es den Weg ins "Seitzsche" Bücherregal finden würde. LG Angelika(Autorin A.LaRé)

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  2. Nicht würde ...weiß sogar wo es hinkommt. Wobei ich dann gerne eine Widmung hätte und ... gleich den 2. Teil.

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