Freitag, 10. Juni 2016

Interview 

mit Markus Häusler


Über Tredition lernte ich Markus Häusler kennen. Durch Zufall überschnitten sich unsere Wege. Wir stellten über ein soziales Netzwerk Kontakt zueinander her. Ich lernte ihn ein wenig kennen. Immer wieder fragte ich mich, wie ein stattlicher Kerl zu Gedichten fand. Irgendwann also, schrieb ich ihn freundlich an. Wir plauderten ein wenig. Nachdem wir schnell feststellten, dass die Wege von Autoren und Lyriker nicht weit voneinander entfernt liegen, beschlossen wir, dieses Interview zu führen.

Einige seiner Gedichte klingen wie das Flüstern im Wind, andere ziehen einen an traurige Orte. Markus Häusler scheint ein tiefgründiger, besonderer, junger Mann zu sein. Sehr freue ich mich, dass wir ihn hier ein bisschen kennen lernen dürfen.




Markus Häusler, stellen Sie sich doch bitte einmal vor. Wer sind Sie im normalen Leben?

OK, also ich bin 38 Jahre alt und von Beruf Bankkaufmann. Ich wurde in Landau in der Pfalz geboren und bin in der Südpfalz aufgewachsen, wo ich auch heute wieder lebe. Durch meinen Beruf und meine Stellung in einer Großbank bin ich einigermaßen rum gekommen. Meine Heimatverbundenheit hat mich jedoch wieder zurück zu meiner Familie und zu meinen Wurzeln gebracht. Ach ja, und ich bin Single;-)

Was für Hobbys haben Sie?

Neben dem Lesen ist der Fußball und hier speziell der 1.FC Kaiserslautern meine große Leidenschaft. Das FCK-Gen hat mir mein Vater schon früh „eingeimpft“ und ich besuche auch heut e noch regelmäßig Heim-und Auswärtsspiele. Das ist auch so ein Stück Heimat für mich. Ansonsten versuche ich, regelmäßig Laufen zu gehen als Ausgleich und natürlich Freundschaften zu pflegen.

 Welche Ziele, Träume, Wünsche haben Sie oder was treibt Sie an?

Oh, Träume sind so wichtig. Ich habe vor kurzem ein Gedicht mit dem Vers „Träume sind das Elixier des Seins“ beendet. Daran glaube ich und da gibt es so einiges. Ich möchte mich in erster Linie beruflich wieder selbst verwirklichen und das tun, was mich zufrieden macht. Ich bin letztes Jahr aus dem „Hamsterrad“ der Finanzwelt ausgestiegen und suche jetzt nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Ich träume davon, eines Tages einen Roman zu veröffentlichen, und wünsche mir die nötige Geduld, so ein Projekt bis zum Schluss umzusetzen. Auch habe ich noch viele Reiseziele, vor allem Neuseeland, die ich mir noch erfüllen möchte.  Und ich träume vom Aufstieg, meines FCK J Mein Ehrgeiz, treibt mich an aber auch mein Durst nach Horizonterweiterung. Ich möchte noch viele Menschen treffen, mich austauschen. Ich bin eher der optimistische offene Typ. Das ist auch so eine meiner Ressourcen, die mich antreiben.

Wie kommt jemand wie Sie zu solch einem einfühlsamen Genre wie Lyrik?

Hm, vielleicht gehört einfach eine extra Portion Empathie dazu. Vor jedem Gedicht steht eine Beobachtung. Zum Beispiel einer Sache, eines Zustandes oder auch eines Gefühls oder das einer dritten Person. Diese „Veranlagung“ hatte ich schon immer. Es gibt mir einfach auch viel, wenn ich schreibe. Das Gefühl annehmen und von allen Seiten betrachten, es raus zulassen und aufzuschreiben ist für mich eine auch eine Art, sich zu verwirklichen. Sich in der Form, also durch Lyrik, auszudrücken hat mich seit  jeher begeistert. Lyrik hat keine Grenzen. Sie kann die verschiedensten Stimmungen “malen“. Wenn man ein Gedicht schreibt, ist man erst mal an keine Konvention gebunden wie beispielsweise bei Prosa, wo es doch so einige „Spielregeln“ gibt. Ich mag diese Freiheit, dieses „nichteingeschränkt“ sein. Und ja, ich liebe auch die Kompaktheit, was meiner gering ausgeprägten Geduld sehr entgegenkommt. Aber irgendwann setze ich auch meinen Traum um und schreibe einen Roman;-)

Sie erwähnten, dass Sie gern einen Roman schreiben würden. Worum würde dieser handeln?

Die Story gibt es schon in meiner Fantasie. Es ist eine Familiengeschichte, die sich im 1900 Jahrhundert ereignet. Auswanderung spielt eine Rolle, Trennung, Wiedersehen, viel Schmerz und Entbehrungen, aber vielleicht geht's gut aus? Mehr wird nicht verraten!

Haben Sie weitere Bände veröffentlicht?

Ja. Meine ersten Veröffentlichungen erschienen in einer Anthologie des Karin Fischer-Verlages (Lyrik & Prosa unserer Zeit). Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen habe ich mich dann dazu entschlossen, mein Erstlingswerk „Gezeiten – Lyrische Reise zum Selbst“ zu veröffentlichen. Der Gedichtband erschien im Tredition-Verlag Anfang März 2016. „Gezeiten“, diesen Titel wählte ich, weil er zu meiner Umbruch-Situation passte und viele verschiedene Stimmungen sich in den Gedichten manifestierten. Das Leben läuft halt manchmal nicht nur in eine Richtung und es war eine interessante Erfahrung für mich, auch diese Gefühle lyrisch zu Papier zu bringen.   

Worüber handeln Ihre Gedichte?

Über so ziemlich alles J Ich liebe die Natur und schreibe generell viele Gedichte darüber. Es kommt oft auch einfach auf meine Stimmungen an. Ich behaupte, dass ein Gedicht am ausdrucksstärksten ist, wenn das umschriebene Gefühl am intensivsten ist. So entstanden Gedichte über Sehnsucht oder den Sinn des Lebens. Über Kinder, ich liebe Kinder, oder über Banalitäten. Und natürlich auch über die Liebe, über Wehmut oder Schmerz.  Wie mein Klappentext bei „Gefühlsaussprüche“ schon verrät: Es kommt auf die Gefühle an.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Gesundheit, vor allem Gesundheit! Materielle Dinge eher weniger. Ich wünsche mir, dass diese innere Zufriedenheit Bestand hat und würde die auch gerne mit einer Partnerin teilen;-)


Werden Sie weitere Gedichtbände veröffentlichen?

Zurzeit habe ich das nicht geplant. Ich möchte mich jetzt auch erst mal mehr um die Vermarktung der beiden Bände kümmern.  Allerdings wurden schon verschiedene Vorschläge an mich herangetragen, zum Beispiel ein Gemeinschaftsprojekt oder die Vertonung ausgewählter Werke. Vielleicht kommt auch bald ein Kinderbuch, das konkretisiert sich momentan. Es gibt also vielschichtige Ideen und ich bin da durchaus offen, das ein oder andere umzusetzen.

Bekomme ich ein weiteres Meisterwerk für unsere Leser?

Ja gerne J Das hier entsprang einer Prise Melancholie … aber ich mag das Verträumte:


Brennender Himmel, Morgenröte

Lässt uns vergessen unsre Nöte

Sehnsucht freilich nimmst uns nicht

Du feurig strahlend Himmelslicht


Verstärkst vielmehr noch das Verlangen

Hätt mich so gern nochmal verfangen

Im starken Liebesnetz und dann

Zögst du zwei Herzen in dein’ Bann.




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