Freitag, 3. Juni 2016

Buchrezension 

Hier einmal wieder eine Rezension von meiner Seite. Die letzten beiden veröffentlichte ich nicht, da meine Worte zu hart ausgefallen wären. Die Bücher befanden sich im Nicht-Lesbaren-Bereich.
Bei Nila muss ich gestehen, dass es zu den Büchern gehört, welches mich fand.
Bereits als ich es bei meinem Verlag entdeckte, erregte es meine Neugierde. Dann aber sah ich den Trailer und kam irgendwie wieder davon ab. Zumal ich eigentlich keine Kriegsgeschichten mag. Aber laut der Inhaltsangabe handelt es sich um eine Liebesgeschichte mitten in Afghanistan. Ich rümpfte bei dem Thema meine Nase, aber mich ließ es irgendwie nicht los. Orientierungslos stöberte ich vor einigen Tagen durch meine Buchhandlung, fand jedoch nichts Passendes. Anschließend scrollte ich auf der Seite meines Verlags herum. Wieder fiel mir Nila auf. Noch einmal las ich den Klappentext, atmete tief durch und kaufte mir das E-Book.

Kurz noch eine Anmerkung zum Thema Selfpublishing. Es ist ein harter Weg, die Verlage stellen es oft hin, als seien diese Bücher weniger Wert. Aber eine Erfahrung von meiner Seite: Die Geschichten haben es in sich. Nicht getrieben von politischer Korrektheit, Verlagsstrukturen, Vorstellungen anderer. Es ist die Kunst des Schreibens in der Vollkommenheit des Künstlers, des Autors. Manchmal nicht frei von Fehlern. Doch diese Geschichten verfügen - meiner Ansicht nach - über wesentlich mehr Charakter.


Nila - Sie durften sich nicht lieben

Von Mark David Krüger


Endlich einmal ein männlicher Autor mit einer romantischen Geschichte. Wobei romantisch ein zu schwacher Begriff ist. Ich ringe noch immer nach Worten, da mich dieser Roman vollkommen umgehauen hat. Nila, eine junge Afghanin rettet einen amerikanischen Soldaten das Leben. Zwei Welten treffen aufeinander.
Er- Erik Jones- der mit seinen Idealen, Erziehung, Vorstellungen in einem fremden Land für etwas rächt, was Jahre zuvor geschehen ist. Er will Rache für den Angriff des 11. September verüben. Für sein Volk, seine Nation einstehen. Für den Verlust, welchen die amerikanische Bevölkerung erlitt. Geblendet durch die Erziehung seines Vaters, welcher selbst Soldat war, durch die Medien, das Gerede anderer, meldet er sich zum Dienst. Schnell ist das Ziel klar, Afghanistan. Sein erster Auslandseinsatz, welchen er kaum erwarten kann. Er landet mitten im Kriegsgebiet. Weites, endloses Land, Taliban die Ihre Machtansprüche gelten machen wollen.
Mark David Krüger beschreibt gekonnt, wortgewandt, fantastische Landschaftsbilder. Man erlebt es hautnah, man kann den Duft des trockenen Grases förmlich riechen.
Dann aber gerät Erik mit einem Konvoi in einen Hinterhalt. Explosionen folgen, er beobachtet, wie sie eine Dame aus seinem Trupp abschlachten. Er flieht, versteckt sich, rennt schwer verletzt, gebrochen, orientierungslos durch die Steppe Afghanistans. Kurz vor dem Verdursten landet er in einem kleinen, abgelegenen Dorf.

Sie - Nila, ist ein außergewöhnliches Mädchen. Ihr Bruder zieht in die weite Welt hinaus, sie darf lernen und ist sehr klug. Durch die Briefe des Bruders, erlernt sie die englische Sprache, Grundlagen der Medizin und über Bücher, erfährt sie von der Liebe. Ihre Eltern lassen ihr das Durchgehen. Untypischerweise schaffen sie es nicht, Nila zu verheiraten. Zu sehr sträubt sich dieses Mädchen dagegen. Nila scheint nicht in die Steppe Afghanistans zu passen. Dennoch lebt sie in tiefer Verbundenheit zu ihrer Familie, ihrem Ort und des Landes.
Hier könnte man meinen, dass es absolut unrealistisch sei. Aber!!! Ich selbst lernte eine afghanische Familie kennen, in der der Mann seine angeheiratete Frau so sehr liebte, dass er sie zur Schule ließ. Am Ende führte sie den Familienbetrieb. - Nur eine kurze persönliche Erfahrung zu dem Thema. - Wie gesagt, ich habe das Gefühl, dass der Roman mich fand.
Erik schafft es mit letzter Kraft in diesen Ort. An der Wasserstelle trinkt er, bis ein kleines Mädchen ihn warnt. Die Taliban greifen an! Er versteckt sich hinter den Häusern, versucht, in einer vollkommen ausweglosen Situation sein Leben zu retten.

Der Autor setzt sich sehr stark mit dem Thema Religion auseinander. Dem Hass der Menschen, Vorurteile sowie die kraft der Liebe, des Verstandes, sich dem zu widersetzen. Zwischendurch zog ich streng meine Stirn in Falten, doch die Geschichte riss mich mit sich. Sie trieb mich an einen fernen Ort, ließ mich das Leiden der Protagonisten erleben, mein eigenes Denken hinterfragen. Noch immer fällt es mir schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Mark David Krüger entführte mich in seine Welt. Er vermittelt die Botschaft, dass man mit offenen Augen, einem offenen Herzen das Leben beschreiten sollte.

Am Ende der Geschichte ... und vor dieser Entscheidung verneige ich mich zutiefst. Befindet sich ein Interview mit einem deutschen Soldaten, welcher in Afghanistan stationiert war. Kein Verlag würde jemals so diese Geschichte herausbringen, da sie nicht in das passt, was wir glauben sollen. Er bringt ein unzensiertes Interview mit einem Soldaten. Der Mut, die Worte, die Fragen des Autors und die Antworten des Soldaten, lassen mich ehrfürchtig erstarren.

Mark David Krüger: Ich ziehe meinen Hut!

Bewertung in Kurzform. Verdammt, ich habe so viele schlechte Bestseller gelesen. Aber Nila ist ein Muss für jeden, der eine gute Geschichte mag. Schon lange konnte mich kein Autor so sehr beeindrucken wie er. 5 Sterne, ohne Zweifel.

Verfasst von Steffi Krumbiegel

Erhältlich bei:
Amazon
Thalia
oder im Buchhandel unter: ISBN: 978-3-7345-0386-3

Zum Schluss noch einmal der Trailer!



1 Kommentar:

  1. Klingt sehr spannend! Werde ich aufjedenfall bestellen. Danke für die tolle Rezi Steffi

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